Bibliographic Entry: Herder1778
Herder, Johann Gottfried. Plastik. Einige Wahrnehmungen über Form und Gestalt aus Pygmalions bildendem Traume. Riga: Hartknoch, 1778.

Content

Examples in Reference

This is a list of the examples from the edition above that were collected so far.

Page Example Denotation/Meaning Marker Quotation flags
10 Ein Kind sieht Himmel und Wiege, Mond und Amme, es greift nach dem Monde wie nach der Amme das Auge sieht Flächen/Bilder/Nebeneinander, ein Bilderhaus

Was kann das Licht in unser Auge mahlen? Was sich mahlen läßt, Bilder. Wie auf der weißen Wand der dunklen Kammer, so fällt auf die Netzhaut des Auges ein Strahlenpinsel von allem, was vor ihm stehe

...
C:1
13 blinde Wachsbildner, die die Sehenden übertreffen; kein Beispiel eines fehelnden Sinnes, der sich nicht durch andere ersetzt hätte (Gesicht durchs Gefühl) das Auge sieht nur Flächen, die durch die Hand be-/ertastete Fläche ist Körper es hat...gegeben, ich habe noch nie vom Beispiel eines...gehört

Es ist erprobte Wahrheit, daß der tastende unzerstreute Blinde sich von den körperlichen Eigenschaften viel vollständigere Begriffe sammelt, als der Sehende, der mit einem Sonnenstrahl hinüber gleitet

...
11-12 die Spielkammer der Kindes, Fassen/Greifen/Tasten/Wägen/Messen des Kindes mit seinen Händen und Füßen ohne haptische/taktile Erfahrungen hätte man keinen "Begriff der Sache/"Begriffe von Körpern, Gestalten" kommt...und sehet

Der Ophtalmit mit tastenden Augen, ohne Gefühl, ohne tastende Hand, bliebe er zeitlebens in Platons Höle, und hätte von keiner einzigen Körpereigenschaft, als solcher, eigentlichen Begriff.
Denn alle E

...
48-49 verwesender Leichnam (Leichen-Bild vs. Leichen-Plastik), Poussins Gemälde "Die Pest von Asdod" (Gegenbeispiel) allzu Hässliches/ Ekelhaftes, kein Gegenstand für die Bildhauerei
3. Wie weit kann die Bildnerei Häßlichkeiten bilden? und die Mahlerei Häßlichkeiten mahlen?

Antwort: So weit jeder Kunst es ihr Sinn erlaubet, das Gesicht dem Gemählde, dem Bilde das Gefühl. Be
...
49-50 eine zerstörte, hässliche, mißgebildete Gestalt, der zerfleischte Itys, ein Hippolytus auf Euripides Bühne, Medea in allen Verzerrungen ihrer Wut, Philoktet in den ärgsten Zuckungen seiner Krankheit, ein Sterbender im Todeskampf, ein Verwesender im Kampf mit den Würmern; der heilige Bartholomäus, halbgeschunden mit hängender Haut und zerfleischtem Körper kein Gegenstand für die Bildhauerei, allzu Hässliches -- (Geviertstrich, Gedankenstrich)

Aristoteles entschuldigt häßliche Vorstellungen in der Kunſt durch „die Neigung unsrer Seele sich Ideen zu erwecken und an der Nachahmung zu vergnügen"; wo beydes geschehen kann, und wo das Vergnügen

...
9-10 die weite Gegend, die ich vor mir sehe (sich herabsenkender Himmel, sich in ihm verlierender Wald, hinabgebreitetes Feld, dies nähere Wasser, der Rahmen von Ufer, die Handhabe des ganzen Bildes) das Auge sieht Flächen/Bilder/Nebeneinander, nicht Dinge als solide/massive/hinter einander -- (Geviertstrich, Gedankenstrich)

Was kann das Licht in unser Auge mahlen? Was sich mahlen läßt, Bilder. Wie auf der weißen Wand der dunklen Kammer, so fällt auf die Netzhaut des Auges ein Strahlenpinsel von allem, was vor ihm stehet,

...
C:1