Example #1018
Example*
What is given as example?
das Meer an einem trüben Tage von einem mäßig starken Winde bewegt (für den ungeübten und unerfahrenen Reisenden, der sich nun diesem Unermesslichen anvertraut); das Meer in heftigem Sturme tobend
Denotation/Meaning*
What is the example associated with? What does it stand for?
Furchtbares; Schreckliches
Marker
How is the example indicated? ('e.g.', 'for instance', paranthesis etc.)
zum Schluss ein Beispiel; aber; ist aber
Quotation*
Passage in the text; without quotationmarks.

Jetzt zum Furchtbaren! So wie das Wesen des Schrecklichen bestand in einem jedesmaligen Afficirtwerden von zu großem Umfange, so besteht das Wesen des Furchtbaren (und der Furcht) darin, daß in irgend einem unmittelbaren Afficirtwerden etwas miterfaßt werde, wodurch dieses unmittelbare Afficirtwerden entgegengesetzt wird irgend einem künftigen Afficirtwerden von zu großem Umfange und zu großer Intensität. Dieses künftige Afficirtwerden muß aber immer ein wirklich künftiges, d.h. ein völlig unbestimmtes bleiben; bestimmt aber kann es werden 1) durch eigne Thatigkeit des Fürchtenden mittelst der Phantasie, oder 2) durch Vorherverkündigung von einem, der das Bevorstehende wirklich kennt (beides hebt alsdann die Furcht auf und erzeugt Angst). 3) Durch Ueberlegung, die Furcht wird zum ruhigen Erwarten, und endlich 4) durch den wirklichen Erfolg, wo denn entweder das Afficirtwerden überwunden wird, oder bei zu großer Intensität selbst zerstört. Das Wesen der Furcht besteht also vorzüglich in der Unbestimmbarkeit des künftigen Afficirtwerdens, und selbst die Angst wird gewöhnlich durch Zweifel wieder zur Furcht. Das Gefürchtete ist also immer nur ein Geahnetes und das Wesen des Furchtbaren die Ahnung. Wird also ein Bild in der Anschauung erfaßt, so daß die Einheit der Form die nur geahnet wird, auch als geahnte daraus verschwindet, so entsteht in dem Erfassen für das Erfassen das Furchtbare. Jedes Furchtbare ist also Aufhebung der Form des Universums in der Ahnung.

Zum Schluß ein Beispiel. Das Meer an einem trüben Tage von einem maßig starken Winde bewegt, ist ein großer Gegenstand für den, welcher am Ufer sieht; die ruhige Meeresfläche bei hellem Tage oder in heitrer Sommernacht ist erhaben, so wohl für den, welcher am sichern Ufer sieht, als für den geübten Seemann, wenn er Sinn hat für das Erfassen der Form; aber für den ungeübten und unerfahrnen Reisenden, der sich nun diesem Unermeßlichen anvertraut, ist es furchtbar, in dem ihm die geahnete Einheit schwindet. Das Meer im heftigen Sturme tobend ist aber für jeden in jedem Verhaltniß schrecklich.

Cited from*
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Karl Friedrich Eusebius Trahndorff. Ästhetik oder Lehre von der Weltanschauung und Kunst. 2 Bde. Berlin: Maurersche Buchhandlung, 1827
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§14
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