Example #1039
Example*
What is given as example?
(Sichtbar- oder Wahrnehmbarwerden) verstorbener Menschen
Denotation/Meaning*
What is the example associated with? What does it stand for?
Geister- oder Gespenstererscheinungen im gewöhnlichen Wortsinne (dagegen will Weisse aber etwas anderes mit "Gespenstern" ansprechen)
Marker
How is the example indicated? ('e.g.', 'for instance', paranthesis etc.)
z.B.
Quotation*
Passage in the text; without quotationmarks.

Was nun zuerst diese angezogene Nichtigkeit und Unwahrheit der Gespensterwelt betrifft, so läugnen wir dieselbe zwar nicht, indem wir hier nicht gemeint sind, eine andere Realität dieser Welt zu behaupten, *) als die auch Jene, welche sie eben als eine nichtige aussprechen, uns zugeben werden, nämlich eben die phantastische; -- bemerken jedoch, daß von dieser Unwahrheit ganz das nämliche gilt, wie von jedem dialektischen, die absolute Negation enthaltenden Widerspruche überhaupt, und wie von dem innerhalb der Sphäre des absoluten Geistes als Unwahrheit, Häßlichkeit und Bosheit vorkommenden (vergl.§ 25 Anm.) insbesondere: nämlich daß sie eine daseiende und wirkliche ist; [...].

*) Doch muß hiebei bemerkt werden, daß eben so wenig auch die Wirklichkeit oder Möglichkeit einer nicht nur erscheinenden, sondern für-sich-seienden, mit Recht oder mit Unrecht sogenannten Geister- oder Gespensterwelt ausdrücklich von uns geläugnet werden soll. Die Nothwendigkeit der Annahme eines wirklichen Reiches der Verdammniß, d.h. des Bösen und der Unseligkeit, wird allenthalben durch unsere hier versuchte Darstellung des Begriffs der Häßlichkeit hindurchblicken. Selbst aber über dasjenige, was man gewöhnlich Geister- oder Gespenstererscheinungen nennt, das ausdrückliche Sichtbar- oder überhaupt Sinnlichwahrnehmbarwerden außerirdischer geistiger Wesenheiten, z. B. verstorbener Menschen, wollen wir durch das hier Gesagte wenigstens der Untersuchung keineswegs vorgegriffen haben. Diese Erscheinungen haben eigentlich mit dem, was wir hier Gespenster nennen, wenig gemein; und wenn die gespenstische Phantasie nichts destoweniger ihre Gebilde mit jenen zu verwechseln liebt: so sind der Grund hievon einerseits die das phantastische Gespensterwesen nothwendig begleitenden Bilder des Todes und der Verwesung; andererseits die gleichfalls unaustilgbare und wohl nicht ganz leere Vorstellung, daß nur Sünde oder moralische Schuld sinnlich wahrnehmbare Erscheinungen abgeschiedener Geister veranlassen könne. Nur dasjenige, wovon wir hier zunächst sprechen, hat keine andere Realität, als in der Phantasie und für die Phantasie; ob es aber eine anderweite, jenem verwandte Realität geben könne, dies zu entscheiden bleibt, wie gesagt, andern Untersuchungen überlassen.

Cited from*
The publication (book, article etc.) the text is taken from
Christian Hermann Weisse. System der Ästhetik als Wissenschaft von der Idee der Schönheit. Hildesheim: Olms, 1966
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190
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Fußnote zum Haupttext
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