Example #1042
Example*
What is given as example?
Wachsfiguren-Kabinette (und das Benehmen der Besucher)
Denotation/Meaning*
What is the example associated with? What does it stand for?
farbig bemalte Bildsäulen sind hässlich; die Bildnerei kann durch natürliche Farbgebung der Plastik nicht den Effekt des Lebendigen bewirken, sondern erzeugt so vielmehr Widerliches (plastische Bildhauerei darf nicht mit Farbgebung der Malerei verbunden werden)
Marker
How is the example indicated? ('e.g.', 'for instance', paranthesis etc.)
Quotation*
Passage in the text; without quotationmarks.

§ 41

Die beiden Endpunkte jener Entwickelungsreihen des Bildes, das völlig freie Heraustreten aus der Flache und die Vollendung des Bildes durch Färbung, dürfen nie zusammentreten, denn sie würden durch dieses Zusammentreten immer nur ein Todtes geben.

In der Entwickelung jener Reihen des Bilbens, vom Umriß auf der Flache ausgehend, ergaben sich zwei äußerste Punkte; auf der einen Seite für den Tastsinn das freie Heranstreten des Bildes aus der Fläche als Büste, Statue oder Gruppe; auf der andern Seite bloß für das Gesicht die Vollendung des Flächenbildes durch Farben zum wirklichen Gemälde. Beide Endpunkte dürfen nicht mit einander vereinigt werden. Denn da die hervorgebrachten Erscheinungen immer Bilder sein und bleiben sollen, d.h. Erscheinungen nur für das Erfassen, so müssen sie auch streng auf diesem Punkte von einander gesondert bleiben, sonst überschreiten sie das Gebiet, welches das äußerlich sich bestimmt als plastische Erscheinungsart gebende Stehende und Starre zum Grundcharakter hat, ohne das Starre wirklich beleben zu können. Eine Vereinigung beider Extreme liegt also jenseit dieses Gebiets, des ersten streng plastischen Festhaltens des Moments, sie kann nur in einem wirklich Lebenden zusammentreten, und giebt daher, wenn das Zusammentreten dennoch durch das Leblose geschieht, ein Todtes, eine Leiche, nicht ein Bild des Lebens. Daher das Widerliche der Wachsfiguren-Kabinette für jedes reine unverdorbene Gefühl, und das Benehmen der Beschauer und die eigenthümliche Scheu derselben, die sich in einem leisen Flüstern und leisen Auftreten äußert, wie in einem Zimmer, worin eine Leiche ausgesetzt ist.

Cited from*
The publication (book, article etc.) the text is taken from
Karl Friedrich Eusebius Trahndorff. Ästhetik oder Lehre von der Weltanschauung und Kunst. 2 Bde. Berlin: Maurersche Buchhandlung, 1827
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214-15
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§ 41
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